Entwicklungen der Zivilgesellschaft in Deutschland

In diesem Beitrag stellen wir euch die aktuellsten Entwicklungen aus der Zivilgesellschaft in Deutschland vor. Dabei gehen wir insbesondere auf die Ergebnisse der Studie „Zivilgesellschaft in Zahlen“ (ZIVIZ-Survey) des deutschen Stifterverbandes und der Bertelsmannstiftung ein. Insgesamt wurden dabei über 6.000 gemeinnützige Organisationen befragt. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf folgenden Punkten:

  • Entwicklung der Vereinszahlen
  • Rechtsformen, Gründungszeiten und Tätigkeitsbereiche
  • Entwicklung der Freiwilligen und der Mitglieder

Die Zivilgesellschaft in Deutschland wächst:

Vereinszahlen haben Rekordhoch in 2016

Vereine und Verbände sind inEntwiclung Vereinszahlen Deutschland weiterhin die am häufigsten vorkommende Organisationsform. Fast jeder zweite Bürger ist Mitglied in mindestens einem Verein. Seit dem Jahre 2012 werden in Berlin nahezu täglich neue Vereine ins Vereinsregister eingetragen. Im Jahre 2016 gab es in Deutschland über 600.000 Vereine. Das sind so viele wie noch nie zuvor. Dabei stellen Vereine und Verbände mit einem Anteil von 95% den größten Teil der Zivilgesellschaft dar.

Die restlichen 5 % machen neuere gemeinnützige Organisationsformen aus wie

 


Neue gemeinnützige Organisationsformen gewinnen an Bedeutung

Artenvielfalt in der Zivilgesellschaft nimmt weiter zuGründungsjahr

Vereine sind immer noch eine der beliebtesten Organisationsformen im gemeinnützigen Sektor. Etwa ein Sechstel der heute aktiven Vereine (17%) wurden bereits vor dem 2. Weltkrieg gegründet, dagegen nur 7% der heute aktiven Stiftungen. Alleine die Hälfte der heute aktiven Stiftungen wurde zwischen den Jahren 2000 und 2010 gegründet.

Auch die gemeinnützige GmbH gehört zweifelsohne zu den jüngeren Organisationsformen. Von den heute noch existenten gGmbHs wurden lediglich 2% vor dem Krieg, der Großteil (50 %) aber erst seit dem Jahr 2006 gegründet.

Zwei weitere gemeinnützige Organisationsformen die immer mehr an Bedeutung für die Zivilgesellschaft gewinnen sind die gemeinnützige Aktiengesellschaft (gAG) und die gemeinnützige Unternehmergesellschaft (gUG). Die Organisationsform der gUG wurde in Deutschland 2008 eingeführt. Diese kann man als eine Mini-GmbH mit Gemeinnützigkeitsstatus verstehen. Der wesentliche Unterschied zur gGmbH besteht darin, dass die gUG bereits mit einem Euro Stammkapital gegründet werden kann und dem Gründer trotzdem Haftungsbeschränkung bietet.

Bei der gAG handelt es sich rechtlich betrachtet um eine gewöhnliche Aktiengesellschaft. Mit dem Status der Gemeinnützigkeit gehen steuerliche Vorteile und ein Gewinausschüttungsverbot für die Organisation einher. Trotz der steigenden Tendenz von gUG- und gAG-Neugründungen machen diese bisher nur einen kleinen Teil der Nonprofit-Landschaft aus.


QUELLEN:

ZiviZ gGmbH (2017).

Vielfalt Verstehen. Zusammenhalt stärken. In http://ziviz.info/download/file/fid/276 , eingesehen am 13.10.2017