Erfahrungen beim Mentorenprogramm

Marie engagiert sich freiwillig bei dem Berliner Verein kein Abseits e.V. im Rahmen des Mentoring-Programms für Flüchtlingskinder. Wir haben mal nachgefragt, wie es dazu kam und welche Erfahrungen sie dort gemacht hat.

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Hi Marie, magst du dich zu Beginn kurz vorstellen?
👩 Marie Ich bin 22 Jahre alt und studiere an der Humboldt-Universität Sport und Geschichte auf Lehramt. Sonst treibe ich gerne in meiner Freizeit viel Sport und verbringe Zeit mit Freunden und Familie.
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Wie kam es zu deinem Engagement bei kein Abseits! e.V.?
👩 Marie Mein ehemaliger Politiklehrer hatte auf Facebook einen Beitrag von kein Abseits! e.V. geteilt. Mir hat die Idee des Mentoring-Programms von Anfang an sehr gut gefallen, sodass eine Freundin und ich uns zusammen entschlossen haben, daran teilzunehmen.

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Wie bist du dann zu “deinem” Patenkind gekommen?
👩 Marie Bevor das Mentoring startet, wird man von einem der Koordinatoren interviewt und unter anderem nach Interessen und Hobbies gefragt. Im Anschluss entscheiden die Koordinatoren mit welchem der Kinder man gut zusammen passen könnte, wodurch dann die Tandems entstehen.
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Wie war das erste Treffen mit deinem Mentee und wie hat kein Abseits! e.V. dich unterstützt?
👩 Marie Meine Mentee heißt Ghaliya. Sie war 7 Jahre alt, als wir uns kennengelernt haben. Bei dem ersten Treffen hat ihr älterer Bruder sie zu dem Treffpunkt gebracht. Danach haben wir zusammen ein Tagebuch gekauft und sind zu mir nach Hause gegangen. Dort haben wir unter anderem gespielt und unseren ersten Tagebucheintrag gemacht. Außerdem haben wir zusammen geplant, was wir in unserer gemeinsamen Zeit alles miteinander unternehmen wollen. Am Ende des Treffens habe ich sie wieder nach Hause gebracht und mit ihrer Familie ein neues Treffen ausgemacht.
Das war meine erste Erfahrung mit dem Mentoring und ich wusste nicht genau, was auf mich zukommen wird, jedoch hat der Verein mich sehr gut darauf vorbereitet und gab es in der gesamten Zeit Schulungen zu dem Thema Mentoring und Treffen, bei denen man sich mit anderen Mentoren über die gesammelten Erfahrungen austauschen konnte.
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Was war die größte Herausforderung / das schönste Erlebnis für dich beim Programm “1:1 Mentoring für Flüchtlingskinder”?
👩 Marie Die größte Herausforderung war für mich zum einen der Zeitaufwand und zum anderen, genügend Ideen für geeignete Aktivitäten für den gesamten Zeitraum zu finden. Das schönste Erlebnis war für mich, als wir uns beide dazu entschlossen haben, uns weiterhin nach dem Ende des Mentoring-Programms zu treffen.

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Wie hast du dich mit deinem Patenkind verständigt? Gab es Sprachbarrieren und wenn ja wie seid ihr damit umgegangen?
👩 Marie Die Verständigung lief ohne Probleme. Sowohl Ghaliya als auch ihre Familie konnten schon sehr gut Deutsch, sodass es keinerlei Sprachbarrieren gab. Dadurch fiel es uns auch nie schwer, einen Termin für das nächste Treffen zu finden.
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Was hast du mit deinem Mentee unternommen und wie wurden deine Vorschläge aufgenommen?
👩 Marie Wir haben in den acht Monaten sehr viele verschiedene Dinge zusammen  unternommen, aber am häufigsten waren wir schwimmen. Ghaliya konnte am Anfang des Mentorings noch nicht schwimmen, doch hatte sie in der Zeit Schwimmunterricht in ihrer Schule, sodass sie auch außerhalb der Schule viel schwimmen wollte. Vorschläge haben wir beide gemacht und immer zusammen entschieden, was wir als nächstes machen wollen.
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Wieviel Zeit hast du in das Mentoring investiert?
👩 Marie Es wurde von dem Programm vorgegeben, dass man sich einmal pro Woche drei Stunden treffen soll, damit eine Beziehung zwischen Mentor und Mentee aufgebaut werden kann. Wir haben versucht, uns an diese Zeitangaben zu halten und hat es auch meistens geklappt, außer einer von uns war krank oder im Urlaub. Meine Tätigkeit bestand darin, gemeinsam mit meiner Mentee sinnvolle und spannende Freizeitaktivitäten zu organisieren und durchzuführen.
Der Zeitraum für das gesamte Projekt wurde auf acht Monate angesetzt und nach einer sechswöchigen Pause entscheidet das Tandem gemeinsam, ob man sich weiterhin treffen will. Wir haben uns dafür entschieden und treffen uns bis heute noch und werden auch weiterhin von kein Abseits! unterstützt. Ich nehme jetzt seit zwei Jahren an dem Programm teil.

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Hattest du Erfolgserlebnisse während deiner Zeit mit deinem Mentee?
👩 Marie Es gab sehr viele Erfolgserlebnisse. Als wir das erste Mal schwimmen waren, hatte Ghaliya noch extrem viel Angst vor dem Wasser und waren wir die gesamte Zeit im Nichtschwimmerbecken. Jetzt traut sie sich sogar, aus 3 Metern Höhe ins Wasser zu springen und schwimmt sehr gut. Das ist zwar vor allem dem Schwimmunterricht zu verdanken, doch war es sehr schön diese Entwicklung mitzuverfolgen. Ein weiteres Erfolgserlebnis war für mich, dass man immer mehr zum Ansprechpartner des Mentees wurde und man sogar Geheimnisse miteinander teilte.
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Was hast du für dich als Mentorin aus dem Programm mitgenommen? 
👩 Marie Für mich war es das erste Mal, in so großem Maße Verantwortung für eine andere Person zu übernehmen. Außerdem war in dem Zeitraum Ghaliya die Person aus meinem Umfeld, welche im am häufigsten getroffen habe. Es war daher für mich eine völlig neue Erfahrung mit einer viel jüngeren Person eine so intensive Beziehung einzugehen. Ich wurde nicht nur für Ghaliya ein Ansprechpartner, sondern sie genauso für mich. Ich habe durch das Projekt außerdem viele neue Menschen kennengelernt, denen ich so wahrscheinlich nie begegnet wäre.
Ghaliya und ich sind mit der Zeit ein sehr eingespieltes Team geworden. Man weiß genau über die Macken des anderen Bescheid und hat sich die Kommunikation miteinander immer mehr verbessert. Wir haben immer noch Kontakt zueinander und treffen uns ungefähr alle zwei Wochen zusammen mit ihrem jüngeren Bruder Mirwan und seiner Mentorin Salime.
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Würdest du das Programm von kein Abseits! e.V. als ehrenamtliche Tätigkeit weiterempfehlen?
👩 Marie Ich habe fast ausschließlich gute Erfahrungen mit dem Verein kein Abseits! e.V. gesammelt. Zu Beginn des Projektes hatte ich noch viele Ängste und Selbstzweifel, ob ich für das Mentoring geeignet bin. Doch wurden mir diese Ängste durch den Verein genommen, da man von Anfang an sehr gut auf das Mentoring vorbereitet wird und immer einen Ansprechpartner in den Koordinatoren hat, welche einen durchgehend unterstützen. Für Ghaliya und ihre Familie ist kein Abseits! e.V. immer eine große Unterstützung gewesen und kann ich daher das Programm wärmstens weiterempfehlen.
Auch die Tätigkeit als Mentorin kann ich jedem weiterempfehlen. Sowohl für Mentee als auch Mentor kann man aus dem Projekt sehr viel mitnehmen. Eine bestimmte Voraussetzung gibt es nicht unbedingt, solange man die nötige Motivation für das Projekt mitbringt. Alle Mentoren waren sehr unterschiedlich und es waren alle Altersklassen vertreten. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass das Projekt einen sehr hohen Zeitaufwand umfasst.
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Vielen Dank Marie, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast!

Habt ihr auch Lust, euch bei einem Mentorenprogramm zu engagieren?

kein Abseits! e.V. sucht nach Freiwilligen wie Marie, die gerne Zeit mit einem Mentee verbringen wollen. Hier könnt ihr euch informieren und als MentorIn bewerben.