Wissenswertes zur Klimakonferenz 2017

Vom 06.11.2017 bis zum 17.11.2017 trafen sich Diplomaten, Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft zur 23. Klimakonferenz 2017 in Bonn, um über die Zukunft unseres Planeten zu verhandeln. Zentrales Thema bildete hierbei die Verringerung der Treibhausgasemissionen. In diesem Artikel geben wir Dir einen Überblick über alle relevanten Themen, rund um die UN-Klimakonferenz 2017 in Bonn.

Was ist die Klimakonferenz?

Bei der Klimakonferenz 2017 handelte es sich genaugenommen um drei verschiedene Konferenzen, die unter dem Dach der UN-Klimakonferenz abgehalten wurden. 

Zunächst kamen Repräsentanten aller Staaten zusammen, welche die UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel unterzeichnet und ratifiziert haben. Da es sich hierbei um eine internationale Vertragsstaatenkonferenz (englisch: Conference of the Parties) handelte, die zum 23. Mal ausgetragen wurde, nennt man die Konferenz auch COP 23

Überdies hinaus wurde die Klimakonferenz seit dem Jahre 2005 um das Treffen der Unterzeichner und Ratifizierer des Kyoto-Protokolls und im Jahre 2016 um das Treffen der Unterzeichner des Pariser Abkommens erweitert.

Wer nahm an der Klimakonferenz 2017 teil?

In den letzten Jahren haben sich die Klimakonferenzen zu Großveranstaltungen mit deutlich mehr als 10.000 Teilnehmern entwickelt:

  • Bei der Klimakonferenz in Montreal 2005 waren etwa 10.000 Teilnehmer zu verzeichnen.
  • Die Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 wurde von etwa 27.000 Teilnehmern aufgesucht.
  • Bei der Klimakonferenz in Bonn 2017 waren es etwa 20.000 Teilnehmende.

    Klimakonferenz 2017 Barbara Hendricks & Arnold Schwarzenegger
    ©BMUB/ Sascha Hilgers – Bild darf ausschließlich zur redaktionellen Nutzung verwendet werden

Die Teilnehmenden der Kimakonferenz 2017 in Bonn bestanden aus ausgewählten Regierungsvertretern von 195 Staaten, etwa 500 Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) aller Art und 1300 Journalisten. Einen Beobachterstatus, wie die NGOs ihn hatten konnten alle erhalten, die begründen konnten, dass sie Träger des öffentlichen Interesses waren. Als Beobachter konnte man erfahren, was in der Konferenz beschlossen wurde und sogar mitdiskutieren. Allerdings hatten Beobachter keine Entscheidungskompetenzen. Konkrete Entscheidungen wurden lediglich von den Vertragsstaaten und den Unterzeichnern des Kyoto-Protokolls getroffen.

Überdies hinaus nahmen einige prominente Persönlichkeiten aus Fernsehen und Politik an der Klimakonferenz teil. So waren neben Angela Merkel und Emmanuel Macron auch Hollywood-Schauspieler wie Leonardo DiCaprio und Arnold Schwarzenegger mit von der Partie.

Auch wenn Donald Trump im Juni dieses Jahres verkündete, dass die USA aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen werden, hat er nicht für die gesamte USA gesprochen:

Einzelne US-Staaten wie Kalifornien und Virginia zusammen mit verschiedenen Kommunen und Unternehmen haben das Bündnis “We are still in” gebildet, das auf eigene Faust die Klimaziele des Pariser Abkommens erreichen will.

Was geschah auf der Klimakonferenz 2017 in Bonn?

  • Die diesjährige Klimakonferenz bildete, nach Marrakesch 2016, eine weitere Fortsetzung der Pariser Klimakonferenz aus dem Jahre 2015: Mit der Einigung auf das Pariser Abkommen und der damit verbundenen Verpflichtung zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius, konnten sich alle Parteien auf ein gemeinsames Ziel einigen.
  • Mittlerweile haben 169 Parteien das Abkommen ratifiziert. Allerdings gibt es weiterhin viele Unklarheiten, die die konkrete Umsetzung des Klimaabkommens betreffen. Die Staaten haben alle eigene Ziele und Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgase zugesagt, die alle fünf Jahre im Hinblick auf die Klimaschutzwirkungen überprüft werden sollen.
  • Weiterhin sollen die Ziele im Laufe des Prozesses immer ehrgeiziger formuliert werden, um die Anpassung an den Klimawandel und den richtigen Umgang mit Schäden, die vom steigenden Meeresspiegel und dem Extremwetter angerichtet werden.

In Bonn mussten sich die Politiker nun auf ein Regelwerk einigen, welches die internationalen Klimaziele sowohl vergleichbar, als auch überprüfbar macht.

Welche zentralen Themen wurden auf der Klimakonferenz 2017 besprochen?

Auf der Klimakonferenz wurden alle Themen besprochen, die etwas mit CO²-Ausstoß oder der globalen Erwärmung zutun haben. Im Wesentlichen geht es dabei um folgende Themen:

  • Strom: Die regenerativen Energien müssen weiter gefördert und ausgebaut werden.
  • Kohle: Es dürfen keine neuen Kohlekraftwerke gebaut werden und die alten sollen nach und nach abgeschaltet werden.
  • Straßenverkehr: Mittel- bis langfristig sollen Elektromotoren die mit fossilen Brennstoffen betriebenen Fahrzeuge ersetzen.
  • Gebäude-Neubau: Alle Neubauten dürfen keine fossilen Brennstoffe mehr Verbrauchen.
  • Industrie: Alle neuen Anlagen, besonders in emissionsintensiven Sektoren, müssen kohlenstoffarm arbeiten.
  • Forstwirtschaft: Die negativen Auswirkungen der Forstwirtschaft auf die Umwelt sind zu minimieren.
Klimakonferenz 2017 fidschi bonn
©BMUB/ Sascha Hilgers – Bild darf ausschließlich zur redaktionellen Nutzung verwendet werden

Die Klimakonferenz 2017 in Bonn unter der Präsidentschaft von Fidschi?

Für gewöhnlich findet die Klimakonferenz in dem Land statt, dass auch den Vorsitz hat. Gemäß dem Rotationsprinzip wäre dieses Mail ein Land aus Asien, nämlich der kleine Staat Fidschi, dran. Allerdings wäre es für Fidschi schwierig geworden die Konferenz, aufgrund der begrenzten Kapazitäten des Inselstaates, selbst auszurichten. Deshalb springt Deutschland als “technischer Gastgeber” ein, zumal das Sekretariat der Klimarahmenkonvention ihren Sitz in Bonn hat. Da Fidschi als kleiner Inselstaat im Südpazifik von dem Klimawandel besonders betroffen ist, stehen bei dieser Konferenz auch die Anpassung an den Klimawandel und das schaffen von Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel im Mittelpunkt. Darüber hinaus hat Fidschi es sich zum Ziel gemacht, die nicht-staatlichen Akteure stärker in das Geschehen einzubinden.

Was hat es mit den Protesten rund um die Klimakonferenz auf sich?

Mittlerweile gehört es zur Tradition der Klimakonferenzen, dass Klima-Aktionsgruppen, Umweltverbände und Initiativen am Rande des Konferenz friedvolle Kundgebungen und Demonstrationen abhalten. Dabei richten sich die Proteste unter anderem gegen verschiedene Missstände, die die Erreichung der Klimaziele 2020 und 2030 behindern.

Die wesentlichen Kritikpunkte sind dabei:

  • Mangelnde Verbindlichkeit des 2015 beschlossenen Klimaabkommens von Paris: Beim Pariser Klimaabkommen wurden zwar konkrete Ziele verhandelt, aber keine konkreten Maßnahmen um diese zu erreichen. Auch sind die Ziele zwar genau genommen verbindlich, allerdings drohen den Unterzeichnern bei Nichteinhaltung keinerlei Sanktionen. Aus diesem Grund ist es unerlässlich sich in Bonn auf konkrete Maßnahmen zu einigen und diese konsequent umzusetzen.
  • Fehlende politische Bereitschaft zum KohleausstiegDie Verstromung von Braunkohle gilt als mit Abstand schmutzigste Art der Stromgewinnung und als wesentlicher Grund für ein wahrscheinliches Verfehlen der deutschen Klimaziele 2020. Trotz der Bemühungen seitens der Bundesregierung um eine Energiewende stammt weiterhin knapp ein Viertel des deutschen Stroms aus Braunkohle. Aus diesem Grund müssen erneuerbaren Energien unbedingt weiter ausgebaut und Braunkohlenwerke nach und nach stillgelegt werden.
  • Regulierung des CO²-Ausstoßes: CO² ist das am meisten emittierte Treibhausgas, welches dafür sorgt, dass die globale Erderwärmung immer weiter voranschreitet. Trotz der Tatsache, dass der CO² bedingte Klimawandel weltweit sehr hohe Kosten verursacht, wird der Ausstoß von CO² aktuell nicht mit angemessenen Kosten belegt. Aufgrund der viel zu geringen Kosten für fossile Energieträger entsteht die Situation, dass erneuerbare Energien aktuell kaum konkurrenzfähig sind. Dadurch bestraft man klimafreundliche Verbraucher mit einem höheren Preis. Aus diesem Grund fordern Demonstranten die Installation eines wirksamen Preises für den Ausstoß von CO². Darüber hinaus sollen bei der Konzeption die sozialen Auswirkungen berücksichtigt werden, damit die Kosten nicht ausschließlich auf die Verbraucher abgewälzt werden.
  • Schutz der biologischen Vielfalt: Die anhaltende Vernichtung der tropischen Regenwälder setzt weiterhin mehr CO² frei, als alle europäischen Staaten zusammen. Deshalb muss die internationale Staatengemeinschaft dazu verpflichten, die biologische Vielfalt auf der Erde zu erhalten und wiederherzustellen. Besonders Wälder, Feuchtgebiete, Moore und Mangroven sind in der Lage große Mengen Kohlenstoff zu speichern. Um unsere Klimaziele zu erreichen, ist es unumgänglich Wege zum Erhalt und zur Wiederherstellung dieser Lebensräume zu finden.

Wie steht es um die Energiewende in Deutschland?

Der Einschätzung des Bundesumweltministeriums zufolge wird Deutschland sein 2014 gestecktes Klimaschutz-Ziel von 40 Prozent weniger CO²-Ausstoß nicht erreichen. Es sei von einer tatsächlichen Minderung von etwa 32 Prozent zu rechnen. Auch die Prognosen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz machen nicht unbedingt Mut. So ist in Deutschland in Zukunft mit mehr Unwettern wie z.B. Sturzfluten auch an bisher nicht betroffenen Orten zu rechnen.

Wo wird das meiste CO² emittiert?

Das mit Abstand meiste CO² wird in China emittiert. Dabei ist allerdings zu erwähnen, dass das mitunter auch daran liegt, dass China mit 1,379 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Welt ist. Ein weiterer Grund für die hohe CO²-Verschmutzung sind die vielen Kohlekraftwerke, die in China aus wirtschaftlichen Gründen betreiben werden. Allerdings ist in der letzten Zeit ein deutliche Abkehr von diesem Weg zu beobachten: Allein im vergangen Jahr investierte China etwa 78 Milliarden US-Dollar in erneuerbare Energien – bis 2020 sollen es sogar 361 Milliarden US-Dollar werden. Weiterhin gab die Regierung im Oktober 2017 bekannt, dass sie den Bau von 30 großen Kohlekraftwerken gestoppt haben. Deutschland befindet sich hinter China, USA, der EU, Indien, Russland und Japan auf dem siebten Rang.

Infografik CO2 Emissionen LandInfografik CO2 Emissionen pro Einwohner

Wenn man allerdings die Emissionen pro Einwohner betrachtet, stellt man fest, dass die USA und Kanada die Nase weit vorne haben. Da der aktuelle us-amerikanische Präsident Donald Trump die Klimaschutzpolitik seines Vorgängers Barack Obama rückgängig machen und in Zukunft wieder verstärkt auf Kohlekraft setzen möchte, ist in den kommenden Jahren eher nicht von einer Verminderung des CO²-Ausstoßes auszugehen. Im pro-Kopf-Verbrauch steht Deutschland unwesentlich besser an sechster Stelle hinter der USA, Kanada, der EU, Indien, Russland und Japan.

Was kann ich tun?

Es gibt vieles das Du selbst tun kannst, um CO² zu sparen:

  • Wasser sparen im Haushalt: Hier findest Du wertvolle Tipps, wie Du Deinen Wasserverbrauch im Haushalt vermindern kannst.
  • Nachhaltige Mode : Kaufe Kleidung von nachhaltigen Modelabels. Hilfreiche Tipps und Empfehlungen zum Thema nachhaltige Mode findest Du in unserem Spendenratgeber-Beitrag.
  • Nachhaltiges Reisen: Nachhaltiges Reisen, verfolgt drei wesentliche Ziele: der bereisten Natur so wenig wie möglich zu schaden, die Natur möglichst nah und intensiv zu erleben und sich der Kultur des bereisten Ortes möglichst anzupassen. Die besten nachhaltigen Reiseziele in Deutschland, haben wir Dir hier zusammengestellt.
  • Wechsel zum unabhängigen Öko-Strom-Anbieter: Der Wechsel zum Ökostromanbieter ist sehr einfach und kann bei einem 2-Personen-Haushalt bis zu einer Tonne CO2 einsparen.
  • Das Auto häufiger stehen lassen: Fahre nicht immer mit dem Auto zur Arbeit, sondern nimm auch mal das Fahrrad oder den öffentliche Personennahverkehr. Bei einem täglichen Arbeitsweg von 20 Kilometern und einem Durchschnittsverbrauch von 8 Litern auf 100 KM sparst Du so rund 640 Kilogramm CO² im Jahr.
  • Weniger Fleisch und Milchprodukte konsumieren: Besonders Wiederkäuer, wie Rinder stoßen eine ganze Menge klimawirksames Methan aus. Deshalb ist umwelt- und tierfreundlich, manchmal auf Fleisch- und Milchprodukte zu verzichten.
  • Kaufe Bio aus der Region: Umso kürzer die Wege, desto weniger CO² wurde für den Transport des Lebensmittels emittiert. Aus diesem Grund lohnt es sich immer genauer auf die Herkunft der Produkte zu achten.

Fazit

Abschließend ist festzustellen, dass es zweifelsohne sehr gut und wichtig ist, dass die Nationen über das Klima verhandeln und nach Wegen suchen der globalen Erwärmung Einhalt zu gebieten. Allerdings ist trotz der Tatsache, dass bereits im Pariser Klimaabkommen 2015 feste Ziele definiert und in Bonn 2017 Schriftstücke zu allen Punkten über konkrete Maßnahmen erstellt wurden, nicht davon auszugehen, dass die Ziele im Hinblick auf das Jahr 2020 erreicht werden können. Erst in den kommenden Jahren wird es sich zeigen, ob die verhandelten Maßnahmen angemessen und zielführend sind. Weiterhin wird es sich erst in der Zukunft zeigen, ob die finanzstarken Staaten ihre Versprechen einhalten und die ärmeren Länder beim Klimaschutz und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen werden. 

 


Quellen:

http://www.zeit.de/thema/klimakonferenz (Abgerufen am 08.11.2017)

http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-11/klimakonferenz-bonn-deutschland-klimaziele-co2 (Abgerufen am 08.11.2017)

https://www.wetter.de/cms/weltklimakonferenz-in-bonn-worum-geht-es-beim-weltklimagipfel-4132008.html (Abgerufen am 08.11.2017)

https://de.wikipedia.org/wiki/UN-Klimakonferenz_in_Bonn_2017 (Abgerufen am 08.11.2017)

http://www.duh.de/aktuell/nachrichten/aktuelle-meldung/klimaschutz-braucht-verlaesslichkeit-der-politik/ (Abgerufen am 09.11.2017)

http://www.duh.de/aktuell/nachrichten/aktuelle-meldung/cop23-spritluege-beenden-klima-schuetzen/ (Abgerufen am 09.11.2017)

http://www.duh.de/aktuell/nachrichten/aktuelle-meldung/klimaschutz-braucht-verlaesslichkeit-der-politik/ (Abgerufen am 09.11.2017)

http://www.zeit.de/news/2017-11/05/klima-proteste-und-hoffnung-vor-der-klimakonferenz-in-bonn-05083003 (Abgerufen am 10.11.2017)

http://www.br.de/klimawandel/klimaabkommen-paris-protokoll-klimapolitik-klimawandel-102.html (Abgerufen am 10.11.2017)

https://www.bmub.bund.de/themen/klima-energie/klimaschutz/nationale-klimapolitik/ (Abgerufen am 10.11.2017)

http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/Praxis_Bevoelkerungsschutz/Band_5_Praxis_BS_Klimawandel_Herausforderung_f_BS.pdf?__blob=publicationFile (Abgerufen am 10.11.2017)

http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-absage-an-klimaabkommen-entsetzt-den-rest-der-welt-a-1150364.html (Abgerufen am 13.11.2017)

https://www.br.de/klimawandel/un-klimakonferenz-klimagipfel-klimapolitik-klimawandel-100.html (Abgerufen am 13.11.2017)

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ausstieg-aus-paris-abkommen-glaubt-trump-an-die-klima-erwaermung-15045704.html (Abgerufen am 13.11.2017)

http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/china-klimaengel-statt-umweltsuender-100.html (Abgerufen am 14.11.2017)

http://www.br.de/klimawandel/klimaabkommen-paris-protokoll-klimapolitik-klimawandel-102.html (Abgerufen am 15.11.2017)