Nachhaltige Mode

Nachhaltige Mode ist ein Bereich des Überbegriffs nachhaltig Leben und ordnet sich dabei unter den bewussten, nachhaltigen Konsum ein. Allein in Deutschland werden jährlich etwa 75 Milliarden Euro als Konsumausgaben für Kleidung ausgegeben. Wir haben hier die wichtigsten Fragen zum Thema nachhaltige Mode geklärt und Tipps formuliert, die beim nachhaltigen Konsum hilfreich sind. Zusätzlich zeigen wir einfache Möglichkeiten für die Wiederverwertung von Kleidung, die man einfach zu Hause umsetzen kann.

 

Was ist nachhaltige Mode?

Nachhaltige Mode, die unter fairen, sozialen und nachhaltigen Bedingungen produziert wurde und auch noch richtig gut aussieht – das ist kein Wunschdenken mehr, sondern heute schon Realität. Im Folgenden haben wir euch unterschiedliche Kriterien zusammengefasst, die nachhaltige Mode ausmachen und deren Beachtung sich beim nächsten Einkauf in jedem Fall lohnt.

Nachhaltig Leben nachhaltige mode fairtrade shirt

  • Rohstoffe aus Bioanbau / schadstoffreduzierte Herstellung
    Bio-Baumwolle und Naturfasern sind nicht nur nice-to-have, sondern schützen zusätzlich unsere Erde, da sie frei von Schadstoffen sind und biologisch und nachhaltig angebaut werden. Ein weiterer Vorteil dieser Rohstoffe besteht in ihrer Qualität und Langlebigkeit. Je robuster unsere Kleidungsstücke sind, desto länger können wir sie tragen und dem schnelllebigen Massenmarkt trotzen und damit den Ressourcenverbrauch reduzieren. Eine schadstoffreduzierte Herstellung, also der Verzicht bzw. die Reduzierung von Inhaltsstoffen mit negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt, kann durch Siegel wie der “Blaue Engel” oder “Öko-Tex Standard 100” nachgewiesen werden.
  • Fair und Sozial
    Ist das Kleidungsstück mit einem Fairtrade-Siegel oder dem GOTS Logo ausgestattet?
    Hohe soziale Standards in der Textilbranche können durch verschiedene Logos oder Siegel gekennzeichnet werden. Durch das Fairtrade-Siegel wird beispielsweise kenntlich gemacht, dass bei der Produktion die Fairtrade-Standards eingehalten wurden, dass also z.B. Kinderarbeit ausgeschlossen ist und die Arbeiter eine Vergütung erhalten, von der sie leben können. Das kriterienübergreifende Logo GOTS garantiert über die gesamte Produktionskette hinweg die Einhaltung von ökologischen und sozialen Mindeststandards.
  • Ressourcenschonende und CO2-arme Herstellung
    Bei der Produktion der Textilien sollte auf einen möglichst effizienten und verantwortungsbewussten Umgang mit Rohstoffen und Energie geachtet werden. Innovative Techniken können den Strom- und Wasserverbrauch deutlich senken. Aber auch die Wahl des Rohstoffs spielt eine entscheidende Rolle. Nachwachsende Rohstoffe, wie Hanf, Bambus und Leinen, stellen praktische Alternativen dar, die sich vor allem auch durch Ihre Langlebigkeit auszeichnen.
  • Recycelt und Recycelbar
    Upcycling-Produkte, wie tjuub – die Federmappe aus einem alten Fahrradschlauch, schonen nicht nur unsere Umwelt, sondern sehen auch verdammt cool aus und liegen voll im Trend. Im Online-Shop “Upcycling Deluxe” werden beispielsweise nur Upcycling-Produkte angeboten. Von Müll auf der Welt haben wir genug – umso besser, wenn wir ihn einfach benutzen.
  • Lokale Produktion
    Nachhaltige Mode zeichnet sich unter anderem zusätzlich dadurch aus, das gesamte Kollektionen lokal, beispielsweise nur in Deutschland, hergestellt werden. So kann sichergestellt werden, dass die in der Produktion vorherrschenden Arbeitsbedingungen angemessen sind. Auch Lieferanten sind in diesem Falle lokal angesiedelt und zur Herstellung werden Bio-Materialien verwendet.

 

Wo gibt es nachhaltige Mode zu kaufen?

Damit ihr ganz einfach und unkompliziert an nachhaltige Kleidungsstücke kommt, könnt ihr auch gleich in nachhaltigen Online-Shops stöbern. Wir haben euch ein paar wirklich tolle Shops herausgesucht, auf denen ihr ganz ohne schlechtes Gewissen nach Herzenslust nachhaltig shoppen könnt:

  • Avocadostore Eco Fashion & Green Lifestyle
  • Lanius nachhaltige Damenmode: hochwertig, Fair und ökologisch
  • Loveco Vegane Öko Fashion mit Liebe zum Detail

Wer aber lieber offline shoppt, sollte sich auf keinen Fall Berlin, das Zentrum der grünen Modeszene, entgehen lassen. Diese Stadt hat eine große Auswahl an Öko-Fashion- und Upcycling-Stores zu bieten. Ein kleiner Überblick ist auf dieser Seite zu finden.

 

Spenden für Klima & Umwelt

Am besten ist natürlich eine Kombination aus selbstreflektiertem Handeln, indem man selbst auf eine möglichst nachhaltige Lebensweise achtet, und der aktiven Arbeit im Bereich Klima- und Umweltschutz. Organisationen und Projekte, die sich in Natur-, Klima-, Urwald- oder Artenschutz engagieren sind unserer Kategorie Spenden für Klima & Umwelt zugeordnet. Verschiedene Initiativen kümmern sich beispielsweise um die Aufforstung von Wäldern oder um die Implementierung von erneuerbaren Energien. Jetzt spenden für Klima und Umwelt und die Nachhaltigkeit fördern!

 

Warum nachhaltige Mode kaufen oder kreieren?

Vorteile von nachhaltiger Mode:

  • Fair Trade & Gute Arbeitsbedingungen
    Die Arbeitsbedingungen zur Herstellung sind gesichert, da diese lokal erfolgt. Zusätzlich werden Kinderarbeit und Ausbeutung anderer Art vermieden.
  • Umweltfreundlich
    Durch die Verwendung von Bio-Materialien und ökologische Herstellung werden die Umwelt und alle dazugehörigen Ressourcen so gut es geht geschont.
  • Hoher Tragekomfort
    Ein weiterer Vorteil von aus 100% Baumwolle hergestellten Kleidungsstücken ist der hohe Tragekomfort: Der Stoff liegt angenehm auf der Haut und gibt ihr Raum zum Atmen. Im Gegensatz zu Kunstfasern neigen Kleidungsstücke aus Baumwolle weniger schnell dazu, unangenehme Gerüche aufzunehmen und abzusondern.

Nachteile von nachhaltiger Mode:

  • Look
    Durch die umweltfreundliche Herstellungsweise werden dementsprechend nur natürliche Materialien verwendet, die nicht gebleicht oder anderweitig mit Chemikalien behandelt werden. Oft sind nachhaltige Kleidungsstücke deshalb nur in natürlichen Farben wie beige oder hellbraun zu finden. Nachhaltige Mode ist daher oft direkt zu erkennen und geht designtechnisch nicht mit der Zeit.
  • Verwirrung durch Siegel
    Es gibt viele (Fair Trade) Siegel, die Auskunft über Qualität und faire und nachhaltige Herstellungsweise geben sollen. Doch in diesem Siegel-Dschungel ist es langsam schwer, sich zurechtzufinden. Als kurze Zusammenfassung deshalb hier die wichtigsten Siegel: GOTS Siegel und IVN Best sind Siegel für die Produktion von Bio-Baumwolle, die zusätzlich unter fairen Bedingungen hergestellt wurde. Durch das FairTRade Certified Cotton Siegel garantiert faire Arbeitsbedingungen der Arbeiter, besonders auf deren Löhne bezogen und die Fair Wear Foundation setzt sich für die Rechte der Arbeiter vor Ort ein. Die Mitglieder der Foundation werden kontrolliert und garantieren faire Herstellungsbedingungen.
  • Hoher Preis
    Während man in Geschäften von Modeketten, die auf Billigproduktion in der Modeindustrie setzen ein einfaches T-Shirt bereits für 5€ findet, können Fair Trade T-Shirts gut und gerne mindestens 20€ kosten. Die Modeindustrie lebt von der Schnellebigkeit mancher Konsumenten. Denn Jugendliche kaufen oft ein neues Kleidungsstück, das sie nach einmaligem Tragen bereits wieder ersetzen wollen. Dementsprechend ist der Preis von nachhaltiger Mode für diesen Massenmarkt einfach zu hoch. Wer auf Nachhaltigkeit setzt, der hat allerdings auch viel von dieser Investition: Qualität, die lange hält und ein gutes Gewissen.
  • Auffindbarkeit
    Nicht viele Läden bieten nachhaltige Kleidung in ihrem Sortiment an. Oft sind es nur kleine Läden mit selbst designten und selbst genähten Kleidungsstücken, die auf totale Fair-Trade Herstellung und Verarbeitung setzen. Große Modeketten der Modeindustrie haben dabei einfach einen anderen Fokus. Wer Wert auf Nachhaltigkeit beim Kleiderkauf legt, der muss oft auf nachhaltige Online-Shops zurückgreifen, was das Shoppingerlebnis einschränkt.
    Die Lösung: Do-It-Yourself Mode selbst kreieren! Wir haben einige Beispiele und Tipps für DIY Kleidung in unserem Beitrag DIY-Ideen zusammengestellt.

QUELLEN:

Avocadostore.de.
Kriterien. In: https://www.avocadostore.de/criteria, eingesehen am 14.05.2017.

Tjuub.de
Accessoires. In: https://www.tjuub.de/accessoires/federm%C3%A4ppchen/, eingesehen am 12.05.2017.

Utopia.de
Studie. In: https://utopia.de/studie-nachhaltige-mode-uncool-793/, eingesehen am 18.05.2017.

Utopia.de
6 Tipps für nachhaltige Kleidung. In: https://utopia.de/galerien/tipps-fuer-nachhaltige-kleidung/#4, eingesehen am 18.05.2017.

Vogue.
Nachhaltige Mode. In: http://www.vogue.de/tags/n/nachhaltige-mode, eingesehen am 17.05.2017.