Plastik im Meer

Das Problem betrifft uns alle

Von den weltweit jährlich hergestellten 300 Millionen Tonnen Kunststoff landen laut Umweltbundesamt bis zu 30
Millionen als Müll, bzw. Plastik  im Meer. Das hat verheerende Folgen für die Umwelt:

Möwe mit einer Plastiktüte um den HalsVerendete Seevögel haben immer öfter Plastikmüll jeglicher Art
im Magen: Feuerzeuge, Zahnbürsten, Zigarettenstummel,
Plastiktüten und vieles mehr. Die steigende Anzahl von
verendeten Seevögeln mit Plastikmüll im Magen zeigt die
aktuelle Relevanz des Themas “Plastik im Meer”. Meerestiere
verenden aufgrund von giftigen Mikropartikeln im Wasser,
verheddern sich in Plastiktüten oder verwechseln Plastikmüll mit
Nahrung. 2012 wurde beispielsweise an der Küste Andalusiens
ein toter Pottwal mit über 17 Kg Plastik im Magen gefunden.
Doch nicht nur Meeresbewohner sind von dem Plastikmüll-Problem im Meer betroffen – durch den Verzehr von
Meeresfrüchten können die giftigen Partikel auch in den menschlichen Organismus gelangen. Bisher sind die
Auswirkungen von Mikroplastik im Körper noch nicht ausreichend erforscht. Doch Plastik enthält oft Weichmacher
oder Flammschutzmittel. Diese chemischen Stoffe sind giftig und schaden allen Organismen. Bei Männern konnte
bereits ein Zusammenhang zwischen Schadstoffen von Plastik im Körper mit Unfruchtbarkeit und Krebserkrankungen
hergestellt werden.

 

Wie gelangt Plastik ins Meer?

Plastikmüll, der im Meer schwimmtAls erstes hat man wahrscheinlich nur Strandtouristen als
verdächtige 
Verursacher des Plastikmüll-Problems in Meeren im
Kopf. Doch Touristen sind nicht die einzigen Verursacher des
Müllproblems in den Meeren. Zwar tragen diese auch ihren Teil
zur Verschmutzung der Strände und damit auch der Meere bei,
doch das eigentliche Problem ist beinahe unsichtbar: Mikro-
partikel aus Plastik, die über lange Wege beispielsweise durch
Abwasser oder durch Wind in die Meere gelangen. Vor allem in
Ländern mit schlechten Abfallsystemen ist (Plastik)Müll, der ins
Meer gelangt ein Problem.


Wie genau Plastik durch welche Quellen ins Meer gelangt, ist im Folgenden aufgelistet:

 

Was sind die Hauptquellen für Plastik im Meer?

Infografik zum Thema Plastik im Meer

  • Verschmutzung am Strand:
    Wenn man nur die “Mülldeponie” Strand betrachtet, ist der Tourismus tatsächlich maßgeblich an der
    Plastikmüllverschmutzung an den Stränden beteiligt. Liegengelassener Müll wird durch Wind, Wetter und
    Gezeiten vom Strand in die Gewässer getragen und verursacht so langfristige Schäden im Ökosystem Meer.
    Gelgentlich gibt es organisierte Aufräumaktionen an Stränden, die allerdings enorm teuer sind, wenn sie nicht
    von ehrenamtlichen Helfern unterstützt werden. Im asiatischen Raum wurden in einem einzigen Jahr
    beispielsweise 622 Millionen Dollar für Aufräumaktionen an Stränden bezahlt. Anfallende Kosten für solche
    Müllsammelaktionen werden dabei im Normalfall nicht von den Verursachern gedeckt, sondern meist von
    Steuern oder Spenden finanziert.
  • Plastik im Abwasser
    Vor allem in Ländern mit schlechten Abfallsystemen gelangen enorme Mengen von Plastik durch das Abwasser
    über Flüsse schließlich in Meere oder Seen. Das liegt daran, dass das Einführen von Recyclingsystemen Kosten
    verursachen würde, die manche Länder nicht ohne Weiteres aufbringen könnten. Ohne diese finanziellen
    Ressourcen, wird der anfallende Müll einfach auf kürzestem Wege ungetrennt entsorgt. Und der ist meistens der
    nächstgelegene Fluss.
  • Plastikmüll durch Schifffahrt und Fischfang
    Die Schifffahrt ist ebenfalls eine maßgebliche Quelle für Plastik im Meer. Ein Frachter produziert am Tag im
    Schnitt bis zu 100 Kg ladungsbedingten und von der Besatzung erzeugten Müll, der viel zu oft illegaler Weise
    einfach über Bord geworfen wird. Durch die Schifffahrt kommen so jährlich bis zu 70.000 Kubikmeter Müll
    gelangen so allein in der Nordsee ins Wasser. Zwar gibt es Gesetze, die das Überbordwerfen von Müll explizit
    und unter Strafen verbietet, jedoch mangelt es noch an der tatsächlichen Umsetzung und der Kontrolle der
    Einhaltung solcher Regeln.

    Das besondere beim Fischfang: verloren gegangene Fischernetze, sogenannte “Geisternetze”, treiben im Meer
    herum und sind für viele Meeresbewohner, die sich darin verfangen eine unnötige Todesfalle. Denn diese Netze
    hören nicht auf zu fischen und kosten so unzählige Tiere das Leben. Auch Riffe können durch solche Netze
    beschädigt werden, wenn sich Korallen darin verfangen und durch starke Strömungen abgebrochen und
    mitgerissen werden.
  • Mikroplastik im Meer
    Mikroplastik ist ein verheerendes und doch relativ unsichtbares Problem von Plastik im Meer. Die Mikropartikel
    befinden sich in vielen alltäglichen Produkten und gelangen auf vielen Wegen ins Meer. Wie genau das abläuft,
    wird im nächsten Kapitel erklärt.

 

Was ist das Problem von Mikroplastik?

Offene Kosmetik Tube mit Peeling, das Mikroplastik enthältAls Mikroplastik werden Plastikpartikel bezeichnet, die eine
Größe von weniger als 5 Millimetern haben. Durch ihre geringe
Größe nimmt man diese Umweltverschmutzung daher mit dem
bloßen Auge kaum wahr, aber die enorme Menge an diesen
Kleinstpartikeln macht Mikroplastik zu einem großen Problem.
Mikroplastik gelangt nicht nur durch große Plastikteile, die sich
im Wasser zersetzen ins Meer, sondern auch durch
Kosmetikprodukte, die die kleinen Plastikteilchen enthalten.
Dazu zählen beispielsweise Zahnpasten, Peelings und
Duschgels, die den Kunststoff Polyethylen enthalten. Nicht nur
durch die Verpackungen, die mit Inhaltsresten in Gewässern
landen verteilen die Partikel, sondern auch Restbestände der Kosmetikprodukte auf der Haut. Wer kurz vorm
Schwimmen in offenen Gewässern Polyethylen-haltige Kosmetikprodukte genutzt hat, der verteilt das Mikroplastik im
Wasser. Schätzungen zufolge sollen so jährlich bis zu 500 Tonnen Mikroplastik ins Meer gelangen.


Eine weitere Quelle für Mikroplastik, das früher oder später im Meer landet sind der Reifenabrieb auf der Straße und
das einfache Waschen von Kleidung in der Waschmaschine. Pro Waschgang von einer Fleece-Jacke werden
beispielsweise bis zu 2000 Plastikfasern durch das Abwasser ins Meer gespült.
Hier gibt es mehr Infos zu nachhaltiger
Kleidung.
Allein in Deutschland gelangen jährlich 60.000 bis 111.000 Tonnen abgeriebene Reifenrückstände durch
Wind und Wetter und Abwassersysteme in deutsche Gewässer.

 

Welche Auswirkungen hat Plastik im Meer?

Tote Schildkröte am Strand umgeben von PlastikmüllPlastik, das sich im Meer befindet, kann verheerende Folgen
für das gesamte Ökosystem haben: In einer Studie mit
Muscheln konnte nachgewiesen werden, dass Meerestiere
Mikroplastik mit Plankton verwechseln und die giftigen
Plastikteilchen inhalieren, was bei der Menge an Mikroplastik
im Meer kein Wunder ist. Denn im Meer schwimmt sechs Mal
so viel Plastik wie Plankton
. Andere Meeresbewohner
verheddern sich in Plastiktüten oder Sixpackhaltern und
verenden in den künstlichen Todesfallen. Schildkröten und
andere Jäger, die Quallen als Nahrung nutzen, verwechseln
diese oftmals mit Plastiktüten und sterben an den Folgen.
Tiere müssen allerdings nicht einmal Plastik fressen, um der
Gefahr ausgesetzt zu sein – die Gifte, die durch Plastik ans Wasser abgegeben werden reichen aus, um von den
Meeresbewohnern aufgenommen und in ihren Körpern gespeichert zu werden, was bereits tödlich enden kann und
über lange Wege über die Nahrungskette wieder auf unserem Tisch landen kann. Das Problem von Plastik im Meer ist
also größer, als vielleicht gedacht, was die folgenden Zahlen und Fakten zusätzlich unterstreichen:

 

Wie viel Plastik schwimmt im Meer?

header frau hebt meer müll im meer

  • 70% der Erdoberfläche besteht aus Wasser, das pro km² über 100.000 Plastikteilchen enthält
  • Der gesamte Müll, der sich im Meer befindet, besteht zu ¾ aus Plastik
  • Plastik braucht 350 bis 400 Jahre, bis es endgültig zersetzt ist
  • 78 Mio. Tonnen Plastikverpackungen werden jährlich hergestellt – 32% davon landen in der Umwelt
  • 93% untersuchter, verendeter Eissturmvögel hatten Plastik im Magen
  • Schätzungen besagen, dass bis 2050 fast jeder Vogel Plastikmüll im Magen haben wird
  • Der finanzielle Schaden durch Plastikmüll weltweit wird auf 13 Mrd. Euro jährlich geschätzt
  • Schätzungen zufolge gelangen weltweit stündlich 675 Tonnen Müll ins Meer
  • Im Meer schwimmt 6 Mal so viel Plastik wie Plankton
  • Pro Waschgang werden von einer Fleece-Jacke bis zu 2.000 Plastikfasern durch das Abwasser ins Meer gespült.
  • Mittlerweile haben sich stellenweise bereits Plastik-Inseln im Meer gebildet, die durch die Strömungen zusammengetrieben wurden
  • Eine der größten Plastik-Inseln im Nordpazifik wird auf eine Größe zwischen 700.000 bis 15.000.000 km² geschätzt
  • Selbst der Müll auf dem Boden der Arktis hat sich innerhalb von 10 Jahren bereits verdoppelt
  • Innerhalb einer Robben- und Seelöwen-Population sterben ca. 8% daran, sich in Plastikmüll zu verfangen
  • 2012 wurde an der Küste Andalusiens ein toter Pottwal mit über 17 kg Plastik im Magen gefunden

 

Was sind Müllstrudel und wie entstehen sie?

Dort, wo riesige Meeresströmungen aufeinander treffen, bilden sich Strudel, in denen sich der Müll, der ins Meer gelang über kurz oder lang sammelt. Diese Strudel nennt man Müllstrudel (alternativ auch: Müllinseln, Plastikstrudel, Plastikinseln). Die NASA haben die Strömungen der Meere untersucht und dabei festgestellt, dass es weltweit fünf große Müllstrudel gibt. Diese sind:

  • Der Nordpazifische Müllstrudel
  • Der Südpazifische Müllstrudel
  • Der Nordatlantische Müllstrudel
  • Der Südatlantische Müllstrudel
  • Der Südindische Müllstrudel

Die folgende Infografik zeigt die jeweilige Lage und den Strömungsverlauf der Strudel:

Infografik Müllstrudel weltweit

Der Nordpazifische Müllstrudel

Diesem Strudel gilt eine ganz besondere Aufmerksamkeit: Denn nahe von Hawaii hat sich über die letzten Jahre eine 3 Tonnen schwere Müllinsel gebildet. Ihre Größe ist erschreckend, denn diese ist vergleichbar mit der Größe Mitteleuropas! Dieser Müllstrudel ist damit der größte Strudel weltweit. Zusätzlich hat er seine Größe innerhalb der letzten 40 Jahre mehr als verhundertfacht!

Das wahre Ausmaß der Müllstrudel

Wie schlimm sind solche Müllstrudel denn wirklich? Die folgenden Bilder sprechen für sich selbst:

 

Was sind Lösungsansätze für weniger Plastik im Meer?

Freiwillige sammeln Plastikmüll am Strand

Die beste Lösung ist natürlich erst gar nicht so viel
Plasitkmüll ins Meer gelangen zu lassen. Je bewusster wir
mit dem „Gebrauch“ von Plastik umgehen, desto weniger
Plastikmüll gelangt in die Umwelt. Logisch. Das EU-
Parlament hat schon vor einiger Zeit eine Richtlinie
erlassen, die seit letztem Jahr auch in Deutschland
umgesetzt ist. Aber was können wir noch konkret in
unserem Alltag tun um Plastikmüll gar nicht erst entstehen
zu lassen?

Wir haben ein paar Tipps für Euch zusammengefasst:

 

1.  Aufräumaktionen am Strand und im Wasser

Diese Lösung betrifft die bereits vorhandene Verschmutzung der Meere. Aufräumaktionen an Stränden und Projekte
und Erfindungen, die das Wasser selbst von Plastik und anderem Müll befreien sollen, ist der Anfang für die Lösung des
Plastikproblems im Meer getan. Beispiele für solche Projekte und Erfindungen sind die Folgenden:

  • Fischfang
    Fischer bringen meist mitgefangenen Müll wieder mit an Land und tragen so einen Teil zur Verbesserung der
    Situation im Wasser bei.
  • Aufräumaktionen an Stränden
    Natürlich sollte man seinen eigenen Müll nicht einfach irgendwo liegen lassen. Besonders nicht an Stränden,
    denn das Plastik im Meer kommt oft von Plastik, das an Stränden lag und ins Wasser getragen oder geweht wird.
    Aber wenn es nun doch dazu kommt, dass Strände stark von (Plastik)Müll verschmutzt sind, dann gibt es
    Aktionen, bei denen immer freiwillige Helfer gesucht werden, die beim Müllsammeln helfen.
    Eine beispielhafte Initiative hierzu ist die Beach Cleanup Support Campaign von Seashepherd. Diese
    Aufräumaktion richtet sich in erster Linie an Schulen und Wassersportschulen, die mit ihren Schülern an den
    verschiedenen Projekten zur Säuberung von Stränden teilnehmen können. Freiwillige, die keinen schulischen
    Bezug haben, können sich natürlich trotzdem mit daran beteiligen.
    Die nächste Müllsammelaktion der NABU findet am Internationalen Coastal Clean-Up Day statt. Alle, die
    freiwillig dabei Helfen möchten, den Strand von Warnemünde zu säubern, sind herzlich willkommen.
    Save the date:  16. September 2017 am Strand von Warnemünde (14 Uhr)

 

2.   Plastik Vermeiden

Wenn erst gar nicht so viel Plastik ins Meer gelangen würde, dann müsste man sich auch nicht um das Entfernen des
Mülls kümmern. Deshalb sollte der eigentlich Ansatz zur Lösung des Plastikmüllproblems im Meer sein, dass erst gar
kein Plastik hineingelangt. Je mehr Menschen bewusst mit Plastik im Alltag umgehen, desto weniger Plastik gelangt in
die Umwelt. Damit man aber nicht komplett auf Produkte mit Plastikverpackungen verzichten muss, haben wir einige
Vorschläge für alternative Produkte gesammelt:

  • So wenig PET-Pfandflaschen wie möglich kaufen und beispielsweise lieber zur Glasflasche greifen
  • Anstatt Alufolie lieber Butterbrotpapier benutzen
  • Beim Einkaufen am besten wiederverwendbare Stoffbeutel benutzen, anstatt Plastiktüten zu kaufen. Zusätzlich
    hat das EU-Parlament eine Anti-Plastiktüten-Richtlinie beschlossen, die seit 2016 in Deutschland umgesetzt
    wird. Ziel dieser Verordnung ist, dass der Pro-Kopf-Verbrauch von Plastiktüten von derzeit etwa 200 bis 2019
    auf 90 sinken soll. Bis 2025 soll sich der Verbrauch sogar auf nur noch 40 Tüten pro Jahr pro Bürger beschränken.
    Umgesetzt wird diese Reform von allen EU-Mitgliedsstaaten unterschiedlich. Ob Pfand, Gebühren oder Verbot –
    alles ist möglich. In Deutschland wurden bisher hauptsächlich Gebühren eingeführt.
  • Auch für die Obsttüten aus Plastik, die es im Supermarkt gibt, gibt es Alternativen. Alte Bäckertüten oder
    einfache Papiertüten zum Beispiel. Eine besonders gute Lösung bietet der sogenannte „Fregie„. Dieser
    netzartige, waschbare, wiederverwendbare und umweltschonende Beutel bietet beispielsweise eine gute
    Alternative zu den Plastiktüten.
  • Lieber das freiliegende Obst und Gemüse im Supermarkt kaufen, anstatt zu in Plastik eingepacktem zu greifen.
  • Am besten die Lebensmittel und Produkte, die mehrfach in Plastik verpackt sind, vermeiden und lieber die
    Produkte kaufen, die am wenigsten aus Verpackung bestehen.
  • Beim Kaffeekaufen für unterwegs am besten einen eigenen Becher mitbringen. Ansonsten ist es schon hilfreich,
    die Strohhalme und Plastikdeckel für die To-Go-Becher einfach wegzulassen.
  • Den Konsum und Kauf von Produkten vermeiden, die Mikroplastik enthalten. Meist sind die winzigen Partikel in
    Kosmetikprodukten vorhanden. Diese Liste vom Bund für Umwelt und Naturschutz verrät exakt, welche
    Produkte Polyethylen enthalten.
  • Bestimmte Siegel signalisieren beim Einkaufen Produkte, die kein Mikroplasik enthalten:
    Naturland, EcoControl, NaTrue, das ECOCERT-Label, Demeter oder das BDIH-Siegel für kontrollierte
    Naturkosmetik.

 

3.   Tipps, um die Entstehung von Mikroplastik zu verringern

Neben der Möglichkeit, Alternativprodukte mit weniger Plastik zu konsumieren kann man auch allein durch sein
Verhalten bereits den eigens produzierten Anteil an entstehendem Mikroplastik verringern. Allein der bewusste
Umgang mit Produkten, die Mikroplastik enthalten ist bereits eine große Erleichterung für die Umwelt. Da ein großes
Problem besonders von den fast unsichtbaren Mikroplastikteilchen in Gewässern verursacht wird, haben wir einige
Ideen, wie man die Entstehung von Mikroplastik verringern kann. Lasst euch von unseren Tipps inspirieren:

  1.   Weniger oft Waschen
    Waschmaschine IconPro Waschgang können sich bereits über 5.000 Plastikfasern von einer
    Fleece-Jacke lösen und im Abwasser verschwinden. So landen die
    Mikroplastik-Teilchen unserer Kleidung über lange Wege irgendwann in
    einem Gewässer und können das ökologische Gleichgewicht stören.
    Demnach unser Tipp: Wirklich nur waschen, wenn die Kleidung dreckig und
    die Waschmaschine voll genug ist. Gerade nach einem Besuch in einer
    Raucher-Bar riechen die Klamotten oft sehr unangenehm, sind aber nicht
    wirklich dreckig. Wenn man diese Kleidung über Nacht aushängen lässt,
    erledigt sich der unangenehme Geruch meist von alleine, ohne dass die
    Umwelt belastet wird.

 

  1.   Reifen rechtzeitig wechseln, bevor sie zu porös werden
    Auto Icon
    Natürlich gilt in erster Linie: Je weniger Autos benutzt werden, desto weniger
    Reifenabrieb bleibt auf den Straßen zurück und desto weniger Mikroplastik
    kann durch Wind und Wetter in Gewässer gelangen. Zugegeben ist es
    schwierig, einfach von heute auf morgen auf den Luxus von Autos zu
    verzichten. Aber auch Kleinigkeiten machen bereits einen Unterschied. Wer
    also das Auto so wenig wie möglich benutzt und zusätzlich darauf achtet, seine
    Reifen regelmäßig zu wechseln, um den Abrieb auf der Straße zu verringern,
    der trägt bereits viel zur Verringerung von Mikroplastik, das ins Meer
    gelangen kann bei.

 

  1.   Vorm Schwimmen gehen das Benutzen von Kosmetikprodukten mit Mikroplastik vermeiden
    Kosmetika Icon
    Viele Kosmetikprodukte enthalten Mikroplastik. Wer vorm Schwimmen
    gehen solche Kosmetika benutzt, der verteilt bereits kleine Mengen der
    winzigen Plastikteilchen im Wasser. Dementsprechend sind nicht
    nur die Plastikpartikel, die durch Reste in den leeren und nicht
    ordnungsgemäß entsorgten Verpackungen in Umlauf gelangen,
    sondern auch kleinste Rückstände auf dem Körper selbst für das
    Aufkommen an Mikroplastik im Meer verantwortlich. In der Liste vom
    Bund für Umwelt und Naturschutz
     könnt ihr euch genau darüber
    informieren, welche Produkte Mikroplastik enthalten – sprich: welche
    Kosmetika ihr vorm Schwimmen in Gewässern besser nicht auftragen
    solltet, um die Umwelt zu schonen.

 

Welche Best-Practise Projekte gibt es, die das Problem von Plastik im Meer lösen wollen?

Natürlich ist es am Besten den Plastik-Müll gar nicht erst ins Meer gelangen zu lassen. Aber was tun, wenn er dort
schon gelandet ist?  Wir stellen Euch beeindruckende Visionen und Projekte von engagierten Menschen vor, die für
genau dieses Problem eine Lösung anbieten:

 

1.  The Ocean Cleanup

Dieses Projekt wurde 2013 von dem damals gerade einmal 19-jährigen Holländer Boyan Slat ins Leben gerufen.
Damals befand er sich noch im letzten Schuljahr, als er bereits dieses futuristische Projekt in die Wege leitete. Auf
der Website vom Ocean Cleanup wird angegeben, dass die Idee 2020 bereits auf globaler Ebene umgesetzt werden
soll.

So funktioniert das Projekt:
Kilometerlange gekrümmte Plastikschläuche, die eine U-Form bilden, werden gespannt und sammeln Plastikteile, die an der Oberfläche schwimmen. Diese bleiben an der Barriere hängen und werden mithilfe der Strömung automatisch in der Mitte der Krümmung gesammelt, wo sie anschließend eingesammelt und an Land abtransportiert werden können. Dadurch, dass sich die schwimmende Barriere nur auf der Wasseroberfläche befindet, werden keine Meerestiere verletzt, wie beispielsweise in Auffangnetzen oder ähnlichen Barrieren, die als Siebe fungieren könnten.

 

2.  The Seabin Project

Der Seabin ist eine Art Mülleimer für den Hafen. Zwei surfbegeisterte Australier begannen 2015 mit diesem tollen
Projekt. Durch ihre Verbindung zu Wasser, liegt ihnen der Fortbestand dessen extrem am Herzen. Im Sommer 2017
beginnt der offizielle Verkauf der Seabins.

So funktioniert der Seabin:
Durch eine Pumpe wird Wasser über den rand des Eimers  eingesaugt. Und damit auch gleichzeitig all der Müll, der in der Nähe im Wasser schwimmt. Der Müll bleibt im Auffangnetz hängen und kann am Ende ausgeleert werden. Der Seabin kann 24 Stunden am Tag ohne Aufsicht laufen, ohne dass dabei Tiere verletzt werden. Denn laut der Website des Seabin Projects wurden bei den Tests nicht mal Fische verletzt, da sich diese durch die leichte Strömung automatisch von dem Container fernhalten. Selbst der Energieverbrauch ist extrem gering: der Betrieb des Seabins kostet pro Tag nur etwa $1.

 

3.  Die „Seekuh“ von One Earth – One Ocean

Die Seekuh ist eine Erfindung der Organisation One Earth – One Ocean, die die Meere von Müll reinigen und
gleichzeitig forschen soll. Weniger Plastik im Meer und mehr Forschung für eine fortschrittliche Zukunft.
Hier erfahrt ihr, wie die Seekuh funktioniert:

seekuh one earth one ocean                     Bildquelle: One Earth – One Ocean So funktioniert die Seekuh:

Die „Seekuh“ ist ein speziell umgebaute Katamaran, der als eine Art
Müllschieber im Wasser fungieren soll. Dieses Jahr (2017) soll er
sowohl in Asien als auch an der Ostseeküste in Deutschland zum
Einsatz kommen. Das Boot ist allerdings nicht nur zum Aufräumen,
sondern auch zum Forschen geeignet.
Die Organisation One Earth – One Ocean verfolgt bei ihrer Arbeit
gleich mehrere Ziele: Das Befreien der Ozeane von Plastik, Öl und
Chemikalien. Wenn mehr solcher Katamarane durch die Gewässer
fahren würden, könnte das Plastikmüllproblem tatsächlich immer
kleiner werden.

QUELLEN

Kujau, Marianne (2013).
Plastic Ocean – Plastik im Meer. In: https://reset.org/knowledge/plastic-ocean-plastikinseln-im-meer, eingesehen am 19.06.2017.

NABU (o.J.).
Müll über Bord – Eintragsweg Schifffahrt. In: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/muellkippe-meer/11962.html, eingesehen am 27.06.2017.

Probst, Stephanie (o.J.).
Unsere Ozeane versinken im Plastikmüll. In:
http://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell/, eingesehen am 19.06.2017.

Reichert, Inka (2017).
P wie Plastik im Meer. In: http://www.planet-wissen.de/technik/werkstoffe/kunststoff/pwieplastikimmeer100.html, eingesehen am 19.06.2017.

Umweltbundesamt (2015).
Mikroplastik im Meer – wie viel? Woher?. In: http://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/mikroplastik-im-meer-wie-viel-woher, eingesehen am 27.06.2017.

Zeit.de (2015).
EU-Parlament beschließt Anti-Plastiktüten-Richtlinie. In: http://www.zeit.de/plastiktuetenverbot-eu-parlament-richtlinie, eingesehen am 10.07.2017.