Blutspenden, um Leben zu retten

In Deutschland werden jede Minute 11 Blutspenden benötigt, um Menschen mit Krebserkrankungen, Blutgerinnungsstörungen, frisch operierten Patienten oder Unfallopfern zu helfen. Insgesamt sind ca. 75% der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben auf eine Blutspende angewiesen. Im Gegensatz dazu, spenden jedoch nur ca. 4% der Bevölkerung regelmäßig ihr Blut. Unser Lebenssaft erfüllt lebensnotwendige Aufgaben, ist nicht synthetisch herstellbar und deshalb unersetzlich. Daher ist es wichtig, dass genügend gesunde Menschen Blut spenden, um so kranken Menschen das Leben zu retten.

Um auf die Relevanz von Blutspenden und Blutspendern aufmerksam zu machen, wird seit 2004 jedes Jahr am 14. Juni, dem Geburtstag von Karl Landsteiner, dem Entdecker der Blutgruppen, der Weltblutspendetag zelebriert.

Anlässlich des Weltblutspendetages haben wir euch ein paar wichtige Informationen rund um das Thema Blutspenden, die notwendigen Voraussetzungen für eine Blutspende und eine Auswahl möglicher Blutspendezentren zusammengestellt.

Um kranke Menschen finanziell zu unterstützen, sieh dich einfach in unserer Kategorie Spenden für Gesundheit um.

Unser Blut und seine Bestandteile

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Unser Blut besteht aus dem flüssigen Plasma, welches für den Transport der zellulären Bestandteile durch den gesamten Körper verantwortlich ist, den roten Blutzellen, den weißen Blutzellen und den Blutplättchen. Die wichtigste Aufgabe unserer roten Blutkörperchen ist der Sauerstofftransport von unseren Lungen zu unseren Zellen. Unsere weißen Blutkörperchen kümmern sich um die Immunabwehr und werden deshalb auch als die “Polizei des Körpers” bezeichnet und die Blutplättchen sind für die Gerinnung unseres Blutes verantwortlich, sodass bei einer Verletzung die Wunden verschlossen werden und ein Verbluten verhindert wird.

 

Wofür werden Blutspenden benötigt?

Heutzutage wird das Blut nicht mehr in seinem natürlichen Zustand an die Patienten verabreicht. Es wird zuvor in seine wesentlichen Bestandteile zerlegt, um so mehrfach auf verschieden Art und Weisen kranken und verletzten Menschen helfen zu können. Es werden also immer nur die Blutbestandteile an einen Patienten verabreicht, die er für seine Genesung benötigt.

Nach einer eingehenden Untersuchung der Vollblutspende, entstehen aus einer Spende einzelne Präparate aus den roten Blutkörperchen (Erythrozyten), den Blutplättchen (Thrombozyten) und dem Blutplasma. Lediglich die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) werden vollständig entfernt, da sie für viele unerwünschte Nebenwirkungen bei der Bluttransfusion verantwortlich sind.

Präparate aus roten Blutkörperchen (Erythrozytenkonzentrate) werden bei plötzlichen Blutverlusten, wie beispielsweise bei Unfällen, im Rahmen von Operationen oder bei Blutarmut (Anämie) eingesetzt.

Präparate aus Blutplättchen (Thrombozytenkonzentrate) werden häufig bei der Behandlung von Krebspatienten eingesetzt, da es bei einer zu niedrigen Konzentration an Blutplättchen zu einer hohen Blutungsgefahr kommen kann.

Blutplasmapräparate enthalten Gerinnungsstoffe und Abwehrstoffe gegen Infektionen. Diese werden deshalb Patienten mit einer geschwächten Immunabwehr, einer Blutgerinnungsstörung oder auch an Patienten die an einer starken Verbrennung oder Vergiftung leiden verabreicht.

Eine genaue Übersicht der Einsatzgebiete von Blutspenden könnt ihr der folgenden Grafik des Deutschen Roten Kreuzes entnehmen:

Blutspenden – 9 Gute Gründe für deine Blutspende

  1.   Du machst einem kranken Menschen ein tolles Geschenk, das dich nichts kostet.
  1.   Du beweist Menschlichkeit und soziales Engagement.
  1.   Du bekommst eine kostenlose Voruntersuchung, denn deine Blutspende wird auf die wichtigsten Krankheitserreger (z.B. Hepatitis und HIV)
    untersucht.
  1.   Deine Blutspende kannst du dir bei vielen Krankenkassen im Rahmen eines Bonusprogramms anrechnen lassen und so wertvolle Punkte
    sammeln 
    (z.B. Barmer GEK, IKK, DAK, Techniker Krankenkasse)
  1.   Du erlebst ein tolles Gefühl, weil du anderen Menschen mit deiner Blutspende hilfst.
  1.   Du kannst die Zeit, in der du Blut spendest und anderen etwas Gutes tust nutzen und dir selbst etwas Gutes tun – lies z.B. ein Buch, eine
    Zeitschrift  oder höre deine Lieblingsmusik.
  1.   Du spendest etwas, das du oder jemand aus deiner Familie vielleicht selbst einmal brauchen könnte.
  1.   Blutspenden ist gesund. Auf diese Weise werden die Neubildung von Stammzellen und der gesamte Kreislauf angeregt. Laut einer aktuellen
    finnischen Studie senkt regelmäßiges Blutspenden sogar das Herzinfarktrisiko bei Männern, weil dabei auch Cholesterin ausgeschwemmt wird.
  1.   Du bist ein Lebensretter, denn Blutspenden rettet Leben.

 

Wer darf Blutspenden? Blutspenden Voraussetzungen

Blutspenden voraussetzungen infografik

 

Volljährigkeit
In Deutschland darf man, sobald man 18 Jahre alt ist, Blutspenden.


Personalausweis

Vor der Blutspende müssen der Personalausweis vorgelegt und die Kontaktdaten des Spenders notiert werden.


Ausfüllen eines Anamneseblatts

Voraussetzung vor jeder Blutspende ist auch das Ausfüllen eines Anamneseblatts. Das Dokument besteht aus verschiedenen Fragen, die alle wahrheitsgemäß beantwortet werden müssen. Dieses gibt dann Aufschluss darüber, ob der Spendenwillige auch Blutspenden darf. Es wird z.B. gefragt ob der Spender vor kurzer Zeit in ein tropisches Gebiet gereist ist, oder eine frische Tätowierung oder neues Piercing gestochen wurde. In diesen Fällen darf der Spendenwillige kein Blut spenden, da die Gefahr besteht, dass eine Infektion in ihm schlummert. Deshalb ist es sehr wichtig, dass alle Fragen wahrheitsgetreu beantwortet werden. In Deutschland wird im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern auch nach der sexuellen Orientierung gefragt, denn homosexuelle Männer sind von der Blutspende ausgeschlossen. Aber auch Spendenwillige mit wechselnden heterosexuellen Partnern werden nicht zur Blutspende zugelassen. 

Der Europäische Gerichtshof hat das Blutspendeverbot für Homosexuelle für rechtens erklärt. Dies klingt im ersten Moment vielleicht nach einer voreiligen Diskriminierung, stellt aber ein medizinisch sinnvolles Urteil dar, da nachgewiesen werden konnte, dass weltweit homosexuelle Männer ein erhöhtes Risiko haben, das HI-Virus zu übertragen.

 


Messung des Hämoglobinwerts
– Der Hämoglobinwert muss hoch genug sein, sonst ist das Blutspenden nicht möglich, da die Gesundheit des Spenders gefährdet wäre. Denn im Hämoglobin ist Eisen enthalten. Bei einer Blutspende geht für den Neuaufbau von Hämoglobin viel Eisen verloren, das mit der Nahrung wieder aufgenommen wird. Jeder gesunde Mensch verfügt über eine natürliche Eisenreserve, mit der Verluste normalerweise rasch ausgeglichen werden können. Besitzt ein Spender zu wenig roten Blutfarbstoff, d.h. ist sein Hämoglobinwert zu niedrig oder an der unteren Grenze, so hat er keine ausreichenden Eisenreserven für eine gesteigerte Neubildung von voll funktionsfähigen roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Ein Blutspenden wäre daher nicht möglich. Grenzwert Männer: 135g/l Hämoglobin Grenzwert Frauen: 125g/l Hämoglobin


Blutdruck
– Der Blutdruck ist der Druck, mit dem das Herz das Blut durch die Blutgefäße des Organismus pumpt. Der Blutdruck des Spendenwilligen darf weder zu hoch, noch zu niedrig sein, sondern muss in einem normalen Bereich liegen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt ein normaler Blutdruck bei Werten zwischen 120-129 zu 80-84.


Körpertemperatur
– Die  Körpertemperatur muss in einem normalen, gesunden Bereich liegen, um für eine Blutspende zugelassen zu werden. Eine Körpertemperatur zwischen 36,5 und 37,4°C gilt als normaler, gesunder Wert.


Körpergewicht
 – Für die Blutspende muss der Spendenwillige ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm haben.


Gut gegessen und ausreichend getrunken
– Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass der Spendenwillige vor dem Blutspenden ausreichend getrunken und gut gegessen hat. Nur bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr kann ein ungehindertes Fließen des Blutes gewährleistet werden, außerdem birgt ein leerer Magen das Risiko, bei der Blutspende Kreislaufprobleme zu bekommen.


Finales Ok des Arztes
– Hat der Arzt während des kurzen persönlichen Check-Gesprächs nichts auszusetzen und sind alle Voraussetzungen für das Blutspenden erfüllt, kann es auch schon losgehen.

 

Wie läuft eine Blutspende ab?

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Die eigentliche Blutspende dauert nur ca. 5 Minuten. Insgesamt werden dem Spender 500 Milliliter Blut entnommen. Diesen Blutverlust kann ein gesunder Körper gut ausgleichen.

Danach muss der Spender noch einige Minuten liegen bzw. sitzen bleiben, um sich zu erholen. Im Anschluss erhält er einen kleinen Snack und wird darauf hingewiesen, an diesem Tag darauf zu verzichten, Sport zu treiben, denn der Körper ist durch den Verlust des Blutes etwas geschwächt und sollte nicht überlastet werden.

Mit den Formalitäten am Anfang und der kleinen Ruhephase nach der Blutspende dauert der gesamte Aufenthalt im Blutspendezentrum nur ungefähr eine Stunde. Insgesamt dürfen Frauen bis zu viermal und Männer bis zu sechsmal im Jahr Blut spenden.

“Eine Stunde, die ein ganzes Leben retten kann!”

 

Blutspende vs. Plasmaspende – Was ist der Unterschied?

In vielen Blutspendezentren kann neben Vollblut auch nur das reine Plasma gespendet werden. Die zellulären Bestandteile des Blutes werden dabei vom Plasma getrennt, dem Körper zurückgeführt und nicht gespendet.

Das Blutplasma, also der flüssige Anteil des Blutes, hat eine gelblich klare Farbe und besteht aus vielen wertvollen Proteinen. Im Plasma werden verschiedene Stoffe durch den Körper transportiert. Neben den Blutzellen zirkulieren darin auch Hormone, Lipide, Glukose, Kohlenstoffdioxid und Sauerstoff und gelangen so in die verschiedenen Bereiche des Körpers. Das Plasma bzw. dessen Eiweiße werden für die Herstellung von lebenswichtigen Arzneien benötigt und können nicht synthetisch hergestellt werden. Allein in Deutschland werden ca. 16.000 chronisch Kranke mit Plasmapräparaten behandelt und weltweit mehrere Millionen Menschen mit Medikamenten, die aus Plasma hergestellt werden, versorgt. Vor allem Menschen mit Blutgerinnungsstörungen oder einer geschwächten Immunabwehr sind auf Plasmapräparate angewiesen.

Zur Gewinnung von reinem Blutplasma wird, wie bei der Blutspende, das Blut aus der Armvene entnommen. Ca. 250 Milliliter Blut werden in einem geschlossenen System mit einem Gerinnungshemmer vermischt, um dann durch Zentrifugierung die schweren Blutzellen von dem leichteren Plasma zu trennen. Das Blutplasma wird gesammelt und die restlichen Bestandteile des Blutes werden dem Körper wieder zugeführt. Der Körper kann sich von einer Blutplasmaspende wesentlich schneller erholen, daher kann diese im Gegensatz zu einer Vollblutspende wesentlich häufiger durchgeführt werden. Je nach Spendezentrum variiert die maximale Anzahl an Plasmaspenden. Durchschnittlich können zwischen 38 und 45 Plasmaspenden im Jahr geleistet werden, d.h. nach drei bis vier Tagen kann eine erneute Plasmaspende durchgeführt werden.

 

Wo kann man in Deutschland Blutspenden?

 

Blutspenden in Berlin

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  • DRK Schwesternschaft Berlin, Mozartstr. 37, 12247 Berlin-Steglitz
  • DRK-Kliniken Berlin Westend, Spandauerdamm 130, 14050 Berlin-Charlottenburg
  • Haema Blutspendezentrum Berlin-Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 54, 10624 Berlin-Charlottenburg
  • Haema Blutspendezentrum Berlin-Hellersdorf, Peter-Weiss-Gasse 1, 126127 Berlin-Hellersdorf
  • Haema Blutspendezentrum Berlin-Marzahn, Havemannstr. 12 B, 12689 Berlin-Marzahn
  • Haema Blutspendezentrum Berlin-Prenzlauer Berg, Landsberger Allee 117, 10407 Berlin-Prenzlauer Berg
  • Haema Blutspendezentrum Berlin-Tegel, Berliner Str. 25, 13507 Berlin-Reinickendorf
  • ZTB – Zentrum für Transfusionsmedizin und Zelltherapie Berlin, Schumannstr. 22, 10117 Berlin–Mitte

 

Blutspenden in Hamburg

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  • Blutspendedienst Hamburg-Wandsbek, Quarree 8-10, 22041 Hamburg
  • Blutspendedienst Hamburg-City, Spitalerstraße 8, 20095 Hamburg
  • Blutspendedienst Hamburg-Altona, Ottenser Hauptstraße 10, 22765 Hamburg
  • Blutspendedienst Hamburg-Harburg, Lüneburger Str. 25, 21073 Hamburg
  • Blutspendedienst im UKE, Martinistraße 52, 20251 Hamburg
  • Blutspendedienst Hamburg-Nord, Langenhorner Markt 5, 22415 Hamburg
  • Zentralinstitut für Transfusionsmedizin, Eilbektal 111, 22089 Hamburg
  • Albertinen-Blutspendedienst, Sellhopsweg 18-22, 22459 Hamburg

 

Blutspenden in München

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  • Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes, Herzog-Heinrich-Straße 4, 80336 München
  • Haema Blutspendezentrum München, Dachauer Str. 70, 80335 München

 

Aktionen zum Thema Blutspenden

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Mutspende – eine Aktion vom DRK

Um auf die Wichtigkeit von Blutspenden aufmerksam zu machen, startete das Deutsche Rote Kreuz 2016 die Mutspendekampagne. Mit Hilfe von Spitzensportlern als Mutspende-Botschafter will das DRK neue Spender für die gute Sache gewinnen. 2016 haben sich die folgenden bekannten Spitzensportler für die Blutspende im Rahmen der Mutspendekampagne engagiert:

  • Stefan Kretzschmar (Ex-Handballprofi und Olympiateilnehmer)
  • Christoph Metzelder (Ex-Fußballnationalspieler)
  • Andreas Wolff (DHB-Handball-Torwart)
  • Marcel Nguyen (Turner)
  • Raffael Holzdeppe (Stabhochspringer)
  • Alexandra Wester (Leichtathletin).

Sie spenden nicht nur ihr Blut, sondern verschaffen dem Thema Gehör, um so vielen kranken Menschen zu helfen. Mit einer Blutspende kann jeder Spender Leben retten. Leider kommt es aber immer wieder zu Versorgungsengpässen, weshalb es wichtig ist, mehr Menschen dazu zu bewegen, ihr Blut zu spenden.